Harnas

Eine besondere Farm in Afrika - zum Wohl von Mensch und Tier

"Du und ich wir sind eins, ich kann dir nicht wehtun ohne mich zu verletzen."  Mahatma Gandhi

„Harnas“ heißt übersetzt Schutzschild und benennt eine Farm in Namibia. Auf einer Fläche so groß wie Linz werden verletzte Geparden, Affen etc. aufgepäppelt und Buschmann-Kinder medizinisch versorgt. „Ich setze mich mit Kompetenz, Leib und Seele für dieses liebevolle Projekt zum Wohl von Mensch und Tier ein“, sagt die Linzer HNO-Ärztin Kristina Krumpholz.

„Zum Frühstück gesellte sich Gepardendame Duma zu mir und meinem Mann. Sie forderte Streicheleinheiten ein und schnurrte wie ein Kätzchen – nur zehnmal so laut“, erzählt die Fachärztin mit dem großen Herzen für kranke Zwei- und Vierbeiner. „Vor vier Jahren war ich für einen Monat als Volunteer auf der Farm und lebte in einer Hütte im Gehege zweier Geparden. Das anfänglich mulmige Gefühl wich bald der innigen Freundschaft zu den Wildkatzen. Ich reparierte Zäune, fütterte Tiere und grub Wasserlöcher“, sagt die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin im AKH Linz mit eigener Wahlarztpraxis. „Es war körperlich total anstrengend, aber ein Traum. Das Leben in und mit dem Rhythmus der Natur und den Tieren hat mich fasziniert. Mittlerweile war ich vier Mal auf Harnas, und heute weiß ich, dass Glücklichsein nichts mit dem Anhäufen materieller Güter zu tun hat.“

 

„Ich vermittle auch Patenschaften für Kinder von Buschmannfamilien. Mit 200 Euro pro Jahr kann man einem solchen Kind Kleidung, Essen, Medizinversorgung und Schule finanzieren“, sagt Krumpholz.

Auf Harnas ist ein eigenes Kinderprojekt, genannt Cheeky Cheetahs (=freche Geparden), entstanden. In dem Tageszentrum werden die Kinder aus dem Buschmanndorf auf der Farm unterrichtet und mit Essen versorgt. „Diese Art der Kinderbetreuung und -bildung wird nun auch in anderen Dörfern ringsum aufgebaut. Die San, wie die alte ethnische Gruppe der Buschmänner heißt, sind ein Nomadenvolk. Da das meiste Land privatisiert ist, haben die Nomaden ihre Jagdgebiete verloren. Weil es ihnen an Bildung und Geld fehlt, finden sie ihren Platz in der Gesellschaft nicht. Alkohol ist ein Problem. Die Harnas Foundation versucht diese Familien zu integrieren und ihnen Fähigkeiten zu vermitteln, womit sie ihren Unterhalt verdienen können“, erzählt Krumpholz.

„Ich war aber überrascht, in welch gutem gesundheitlichen Zustand die Buschmannkinder meist sind, denn Hygiene ist ihnen fremd. Für die Erstversorgung von Wunden und anderen Wehwehchen habe ich Arzneispenden nach Harnas gebracht.“

 

Unter den rund 400 Wildtieren wie Löwen, Geparden, Erdmännchen, Paviane, Wüstenfüchse etc., die Asyl gefunden haben, sind solche, die zum Beispiel aus Zoos befreit wurden oder die man verletzt fand. „Auch Farmer finden manchmal verwaiste Gepardenbabys und bringen sie auf die Farm, anstatt sie zu töten. Die Tiere werden aufgepäppelt und auf das Auswildern vorbereitet“, erzählt die Ärztin. Ein weiteres Projekt gibt es für Wildhunde, die auf Harnas gezüchtet werden, weil sie vom Aussterben bedroht sind.

 

„Mir gefällt so gut, dass hier so vielschichtig für das Wohl von Mensch, Tier und Natur gearbeitet wird. Das Motto der Familie Van der Merwe heißt: Wir schulden dem afrikanischen Volk viel. Vielleicht können wir mit Harnas dem Volk etwas Gutes tun“, freut sich die Ärztin auf ihren nächsten Afrikaeinsatz.

 

Info: über Patenschaft für ein Kind oder die Arbeit als Volunteer unter www.harnas.at  oder www.harnas.org

 

OÖ. Nachrichten, 23. August 2011, Christine Radmayr

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